- Die Zisterne speichert Regenwasser zur Nutzung, die Rigole versickert es unterirdisch, die Mulde sichtbar an der Oberfläche – alle drei brauchen einen Überlauf.
- Versickerung funktioniert nur mit durchlässigem Boden und Abstand zum Grundwasser; auf Klei und bei hohem Grundwasserstand fällt die Rigole meist aus.
- Die Mulde ist auf schweren Böden die robusteste Lösung, weil sie Wasser zwischenspeichert und über die belebte Bodenschicht abgibt.
- Eine Zisterne bei hohem Grundwasser muss gegen Auftrieb gesichert sein.
- Gebühren und Genehmigung regeln die Kommunen unterschiedlich – vor dem Bau bei der Stadt oder Gemeinde nachfragen.
Warum Regenwasser in Ostfriesland ein eigenes Thema ist
Regenwasser auf dem Grundstück zu behalten ist sinnvoll – aber in Ostfriesland schwieriger als anderswo. Die Marsch besteht aus Klei, der Wasser kaum aufnimmt; das Moor hat Grundwasser dicht unter der Oberfläche; nur auf der Geest versickert Wasser so, wie es die Prospekte versprechen. Wer eine Lösung aus dem Katalog einbaut, ohne den Boden zu kennen, bekommt eine Rigole, die nie leer wird, oder eine Zisterne, die im Winter aufschwimmt. Deshalb steht am Anfang immer die Frage: Wie durchlässig ist der Boden, und wie hoch steht das Grundwasser im nassesten Monat?
Die drei Lösungen im Vergleich
| Zisterne | Rigole | Mulde | |
|---|---|---|---|
| Prinzip | unterirdischer Tank, Wasser wird gespeichert und genutzt | unterirdischer Kies- oder Kunststoffspeicher, Wasser versickert in den Boden | flache Vertiefung mit Rasen, Wasser sammelt sich sichtbar und sickert durch die Bodenschicht |
| Nutzen | Gartenbewässerung, Toilettenspülung, Waschmaschine | Entlastung des Kanals, keine Nutzung | Entlastung des Kanals, Verdunstung, Gestaltung |
| Bodenanforderung | unabhängig vom Boden; Auftriebssicherung bei hohem Grundwasser | durchlässiger Boden, Abstand zum Grundwasser | funktioniert auch auf mäßig durchlässigem Boden, mit Überlauf auf Klei |
| Platzbedarf | gering, unterirdisch | gering, unterirdisch, unter Rasen oder Einfahrt | Fläche im Garten, die nicht bebaut wird |
| Wartung | Filter reinigen, Tank prüfen | Sedimentfang reinigen; verschlammt bei fehlender Vorreinigung | mähen, Laub entfernen, Boden lockern |
| Typisch in Ostfriesland | Geest, Marsch mit Auftriebssicherung | Geest, Sandböden | Marsch, Moor, überall als Ergänzung |
Zisterne: speichern und nutzen
Eine Zisterne lohnt sich, wenn das Wasser gebraucht wird – für Beete, Rasen, Gewächshaus oder im Haus für Toilette und Waschmaschine. Sie liegt unterirdisch, bekommt einen Filter im Zulauf und einen Überlauf, weil jeder Tank irgendwann voll ist; der Überlauf geht in den Kanal, eine Mulde oder eine Rigole. In Ostfriesland ist die Auftriebssicherung entscheidend: Steht das Grundwasser hoch und ist der Tank im Winter leer, drückt das Wasser ihn nach oben. Betonzisternen sind durch ihr Gewicht sicherer, Kunststofftanks werden verankert oder mit Beton umgeben. Für die Hausnutzung gelten zusätzliche Anforderungen an Trennung vom Trinkwassernetz und Kennzeichnung.
Rigole: unterirdisch versickern
Eine Rigole ist ein Hohlraum aus Kies oder Kunststoffboxen unter der Erde, in dem Regenwasser zwischengespeichert wird und von dort in den Boden sickert. Sie braucht zweierlei: einen Boden, der das Wasser aufnimmt, und Abstand zum höchsten Grundwasserstand. Auf Sand und Geest funktioniert sie gut, unter Rasen oder sogar unter der Einfahrt. Auf Klei läuft sie voll und bleibt voll; bei hohem Grundwasser steht sie im Wasser und versickert nichts. Vor dem Bau wird deshalb die Durchlässigkeit des Bodens gemessen und der Grundwasserstand geklärt. Eine Vorreinigung über Sedimentfang oder Filterschacht hält Schlamm fern, sonst setzt sich die Rigole nach Jahren zu.
Mulde: sichtbar und robust
Die Mulde ist die einfachste und auf schweren Böden die verlässlichste Lösung. Eine flache, begrünte Senke nimmt das Wasser von Dach oder Fläche auf; es steht dort für Stunden, verdunstet teilweise und sickert durch die belebte Bodenschicht, die Schadstoffe zurückhält. Auf Klei wird die Mulde als Zwischenspeicher mit gedrosseltem Überlauf in den Kanal oder einen Graben gebaut – das Wasser kommt verzögert an, was Kanal und Grundstück entlastet. Die Kombination aus Mulde und darunterliegender Rigole fasst mehr und funktioniert auch auf mäßig durchlässigem Boden. Nachteil: Die Mulde braucht Platz und darf nicht bebaut werden. Was gegen stehendes Wasser im Garten hilft, erklärt der Ratgeber Staunässe im Garten.
Genehmigung, Gebühren und Planung
Ob eine Versickerungsanlage genehmigt oder nur angezeigt werden muss und ob sich die Niederschlagswassergebühr reduziert, regelt jede Kommune selbst; der erste Anruf geht deshalb an die Stadt oder den Landkreis. Geplant wird mit Dachfläche, Bodenwerten und Grundwasserstand; die Leitungen von Fallrohr zur Anlage werden mit Gefälle verlegt, Revisionsschächte und Filter zugänglich gesetzt. Wie Leitungen fachgerecht verlegt werden, lesen Sie auf der Seite Schmutz-, Regen- und Wasserleitungen.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich Regenwasser auf Kleiboden versickern lassen?
In der Fläche kaum: Klei ist nahezu wasserundurchlässig. Eine Rigole füllt sich dann und läuft nicht leer. Möglich sind Mulden, die Wasser zwischenspeichern und langsam abgeben, immer mit Überlauf in den Kanal oder einen Graben. Ob und wie tief eine durchlässige Schicht ansteht, klärt eine Bodenuntersuchung.
Warum ist der Grundwasserstand so wichtig?
Versickerungsanlagen brauchen Abstand zum höchsten Grundwasserstand, nach dem einschlägigen Regelwerk in der Regel etwa einen Meter. In vielen Lagen Ostfrieslands steht das Grundwasser höher; dann versickert nichts, und eine leere Zisterne kann sogar aufschwimmen, wenn sie nicht gegen Auftrieb gesichert ist.
Spare ich mit einer Versickerung Gebühren?
Je nach Kommune. Viele Städte und Gemeinden erheben eine Niederschlagswassergebühr nach versiegelter Fläche; wer Flächen abkoppelt und auf dem Grundstück versickert, kann sie unter Umständen reduzieren. Ob das bei Ihnen gilt und ob die Anlage genehmigt oder angezeigt werden muss, sagt die Satzung Ihrer Kommune.
Was ist eine Mulden-Rigolen-Kombination?
Eine Mulde an der Oberfläche, unter der eine Rigole liegt. Das Wasser sammelt sich sichtbar in der Mulde, sickert durch die belebte Bodenschicht und wird darunter zwischengespeichert. Sie fasst mehr Wasser als die Mulde allein und funktioniert auch auf mäßig durchlässigen Böden – mit Überlauf.
Bodemer plant und baut Zisternen, Rigolen und Mulden in Emden und Ostfriesland – nach Bodenuntersuchung und mit Anschluss an die Grundstücksentwässerung. Fragen Sie über den Kontakt an.

